Gangunsicherheit ist ein häufiges Problem im Alter und betrifft viele Menschen im Alltag. Betroffene berichten oft, dass sie sich unsicher beim Gehen fühlen oder das Gefühl haben, das Gleichgewicht nicht richtig halten zu können. Dahinter steckt häufig eine Gleichgewichtsstörung, die verschiedene Ursachen haben kann.
Was bedeutet Gangunsicherheit?
Unter Gangunsicherheit versteht man eine Veränderung des normalen Gangbildes, bei der das sichere und stabile Gehen erschwert ist. Betroffene gehen oft langsamer, vorsichtiger oder schwanken stärker.
Typisch sind:
- unsicheres Gehen
- häufiges Stolpern
- Angst vor Stürzen
- verbreiterte Schrittstellung
Warum entsteht Unsicherheit beim Gehen?
Die Ursachen sind meist vielfältig und treten oft kombiniert auf:
1. Muskelabbau (Sarkopenie)
Mit dem Alter nimmt Muskelkraft ab → weniger Stabilität beim Gehen.
2. Gleichgewichtsstörungen
Das Zusammenspiel von Innenohr, Augen und Nervensystem wird weniger präzise.
3. Neurologische Ursachen
z. B. Parkinson, Polyneuropathie oder Schlaganfall-Folgen.
4. Sehstörungen
Schlechtere visuelle Orientierung im Raum.
5. Medikamente
Bestimmte Medikamente können Schwindel oder Müdigkeit verursachen.
Sturzangst – ein wichtiger Faktor
Viele Betroffene entwickeln eine Sturzangst. Diese führt oft dazu, dass sie sich weniger bewegen. Das Problem:
Weniger Bewegung → noch weniger Muskelkraft → noch mehr Unsicherheit
So entsteht ein Teufelskreis aus Unsicherheit und Vermeidung.
Was hilft bei Gangunsicherheit?
Die gute Nachricht: Gangunsicherheit kann oft deutlich verbessert werden.
Physiotherapie als wichtigste Maßnahme
Physiotherapie trainiert gezielt:
- Gleichgewicht
- Muskelkraft (v. a. Beine und Rumpf)
- Koordination
- sicheres Gangbild
Beispiele:
- Balanceübungen (Einbeinstand, Wackelunterlagen)
- Gehtraining
- Treppentraining
- Reaktionsübungen
Alltag anpassen
- Stolperfallen entfernen (Teppiche, Kabel)
- gute Beleuchtung
- rutschfeste Schuhe
Ursachen behandeln
- Sehhilfen anpassen
- Medikamente überprüfen lassen
- neurologische Grunderkrankungen behandeln
Fazit
Gangunsicherheit im Alter ist häufig, aber nicht „normal“ im Sinne von unveränderbar. Meist spielen mehrere Faktoren zusammen, besonders Gleichgewichtsstörungen, Muskelabbau und Sturzangst.
Mit gezielter Physiotherapie, Training und kleinen Anpassungen im Alltag lässt sich die Sicherheit beim Gehen oft deutlich verbessern – und die Angst vor Stürzen reduzieren.


